Lexikon Definition für Jungsteinzeit

Jungsteinzeit:
Neolithikum, Spätsteinzeit; die Epoche nach der Mittelsteinzeit und vor der Bronzezeit; begann als erstes im Vorderen Orient und in Afrika etwa im 8. Jahrtausend v. Chr.; durch die Kolonisierung kam die Steinzeit etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. nach Europa; man unterscheidet das Protoneolithikum (die Menschen wurden sesshaft, betrieben Bodenbau-Kultur und lernten, Vorräte anzusammeln), das akeramische Neolithikum (neben Ackerbau gab es auch Tierhaltung sowie erste dorfähnliche Ansiedlungen), das keramische Neolithikum (neben der Architektur erlernten die Menschen auch die Töpferei) und das Chalkolithikum (Kupferzeit, im Übergang zur Bronzezeit, als die Menschen die Kupferverarbeitung erlernten); kennzeichnend für den Übergang zur Jungsteinzeit sind das Sesshaftwerden der Menschen, das Erlernen und Ausüben von Ackerbau und Viehzucht und die Fähigkeit, neue Werkzeuge herzustellen (neben Holz, Tierknochen und Feuerstein wurden auch Beile, Äxte und Tongefäße hergestellt); regional und zeitlich unterschiedlich gab es viele verschiedene Kulturen, zum Beispiel die Megalith-Kultur in Europa, die Bandkeramische Kultur in Mitteleuropa, die Chassey-Kultur in Frankreich, die Windmill-Hill-Kultur in Großbritannien, die Trichterbecher-Kultur in Schleswig-Holstein und Dänemark, die Cucuteni-Gruppe in Rumänien, die Tripolje-Kultur in der Ukraine, die Rössener und die Michelsberger Kultur in Nord- und Westeuropa usw.; etwa um 2.200 v. Chr. kam es in Mitteleuropa durch tiefgreifende Veränderungen zum Ende der Jungsteinzeit und zum Beginn der Bronzezeit; ausschlaggebend dafür war die Ausbreitung großer Megalithbauten von der Iberischen Halbinsel her nach Mitteleuropa sowie der Vormarsch der Glockenbecher-Kultur bis nach Norddeutschland und Ungarn.

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